Valle Maira

Mairatal

Entdecken Sie Natur, Kunst, Kultur und Traditionen eines der schönsten und intaktesten Alpen-Täler Europas, das zweifellos ein Wanderparadies ist.Natürliche Umgebung extrem verändert: Erosionen aus der Eiszeit mit den charakteristischen  “Ciciu del Villar”, grüne Wälder in der Tal-Mitte, weite Almwiesen in der Tal-Höhe. Eine besondere Vegetation mit seltenen Grasspflanzen und zahlreichen Endemiten.

Ein Netz aus markierten Wanderwegen, auf deren Verlauf man Zeugnissen der bäuerlichen alpinen Architektur und religiösen Monumenten von großer geschichtlicher Bedeutung, mit Fresken aus dem Mittelalter, begegnet.Die okzitanische Sprache, die antike Sprache der Troubadoure, die in all den Jahrhunderten bewahrt wurde und die in Italien, Südfrankreich und einem Tal in Spanien präsent ist.

Der Reichtum an ökonomisch-kulturaltem Austausch in der Vergangenheit wird in der Gegenwart erneuert und führt aus der Isolierung und Marginalität, die zur Bewahrung der Landschaft und des Kulturguts im Maira-Tal beigetragen hat.
Die okzitanischen Täler
Das obere Susa-Tal, die Täler Val Chisone, Germanasca, und Val Pellice in der Provinz Turin; das Po-Tal, Varaita-, Maira-, Grana-, Stura-, Gesso-, Vermenagna-, Ellero-, Pesio- und Corsagia-Tal in der Provinz Cuneo, weiter Olivetta San Michele und Teile der Kommune Triora in der Provinz Imperia machten das Gebiet des italienischen Okzitanien aus. Es war eine ausgedehnte Gebirgslandschaft mit ca. 180 000 Bewohnern. Das Land war historisch mehr an das heutige Frankreich als an Italien gebunden durch die gemeinsame Kultur, Traditionen und den ökonomischen Austausch über die Handelswege durchs Gebirge.
Mit dem Gesetz 482 von 1999 erkannte der italienische Staat -im Unterschied zu Frankreich - die okzitanische ethnische-sprachliche Minderheit an.
Die okzitanischen Alpentäler in Italien und Teile der französisch-okzitanischen Täler genossen von 1300 bis zum Ende des 18.Jahrhunderts eine gewisse administrative Autonomie im „Bündnis von Briancon“ ( oder auch „Republik des Escartons“) . Dazu gehörten die 5 Hauptorte Casteldelfino im Varaitatal, Oulx im Susatal, Pragelato im Val Chisone, Briancon und Queyras in Frankreich. Durch die Zahlung von periodisch anfallenden Steuern an den Dauphin von Viennois, später an Frankreich, hatten sie eine eigenständige Verwaltung und Steuer- und Rechtshoheit. Die Deputierten, die periodisch in Briancon zusammen kamen, repräsentierten 50 Kommunen die ab 1300 unabhängig von feudalem Einfluss waren. Der Rest Frankreichs und Italiens musste noch 400 Jahre – bis zur Französischen Revolution warten, um eine vergleichbare Unabhängigkeit zu erlangen. Diese Autonomie begünstigte die Wohlfahrt der Bevölkerung, soziale Gerechtigkeit, blühenden Handel und auch eine außerordentlich reiche Architektur, trotz der Rauheit des Klimas und der Kargheit der Böden. Große Anstrengung wurde auf das Schulwesen verwandt; 90% der Bevölkerung konnte lesen und schreiben.


Occitania

Okzitanien

Kurze Geschichte des okzitanischen Landes
Die okzitanischen Gebiete erfreuten sich über lange Zeit einer relativen Autonomie, die verbunden war mit einer wirtschaftlichen Blüte. Hohe Zeit war das Mittelalter; die beginnende nationale Herrschaft läutete deren Ende ein. Relativ war die Autonomie insofern, als die lokalen Herrscherfamilien sich stets mit den potenteren Herren im Norden Frankreichs, mit Spaniern und Italienern, nicht zuletzt mit dem römischen Herren ins Benehmen setzten musste.
Die Autonomie wurde ebenso häufig unterbrochen durch die politisch-religiös motivierten Repressionsmaßnahmen und Kreuzzüge.
Die tolerante Kultur Okzitaniens, die Lebensfreude und der „paratge“ als Ideal der Troubadoure, das heißt, die Gleichheit aller Menschen, schufen die Basis für eine neue Vorstellung und Praxis der Religion. Die Distanz zur korrupten römischen Kirche wurde immer größer bis hin zum deutlichen Widerspruch, mithin der Häresie aus Sicht der Kirche.
Die Katharer oder Albigenser des Languedoc waren die bekannteste „häretische“ Bewegung. Sie wurde n von der Kirche verfolgt bis zur vollständigen Vernichtung mit Hilfe der politischen und militärischen Gewalt aus Paris. Auch in den anderen okzitanischen Gebieten, die italienischen Täler eingeschlossen, verbreiteten sich Rom-kritische Bewegungen, die von der katholischen Kirche mit Repressionen bis hin zur Massenvernichtung verfolgt wurden.
Die Katharer, die in jedem Körper eine Seele vermuteten, lebten vegetarisch und lehnten die Gewalt ab. So war es nicht schwer für die römischen Kreuzzügler die schwache Gegenwehr, die die Katharer aufstellen konnten, in dem sie die Kräfte des Königs von Aragon und des Grafen von Toulouse zu ihrer Hilfe zusammenführten, zu schlagen, und die Städte Béziers, Carcassonne, Toulouse, Avignon und Montségur zu belagern und einzunehmen. Dabei wurden viele Tausend Kahtarer umgebracht und auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Dasselbe Schicksal erlitten die Troubadoure. Diese poetische Bewegung wurde gewaltsam beendet und übrig blieben nur die denkwürdigen Berichte aus dieser Zeit.
Verfolgung und Vernichtung der protestantischen Bewegungen, die sich dennoch weiter entwickelten, hielten bis zum 17.Jahrhundert an, wie z.B. die Verfolgung der Waldenser.
Die okzitanische und provenzalische Sprache und Literatur
Dante Alighieri schrieb in seiner Göttlichen Komödie in 3 Sprachen, der „Lingua del sì“, dem Italienischen, der „Lingua d´oil“, dem Französischen und der „Lingua d´oc, dem Okzitanischen.
Das Okzitanische, die „Lingua d´oc“, war die erste „Romansprache“, für die Grammatiken erstellt wurden. Während die ersten Grammatiken des Italienischen und des Französischen erst in der Neuzeit, im 15. und 16.Jahrhundert erschienen, kursierten schon in der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts Grammatiken der Lingua d´oc, weil Fremde sie erlernen wollten, um die Troubadour-Lyrik zu verstehen oder selbst selbst in dieser Weise zu dichten. (aus: ”Occitania, un’idea senza confini“ von E. Lantelme, A. Gebba und G. Galli).
Dank der politischen Unabhängigkeit und der ökonomischen Prosperität der Adelshöfe in Südfrankreich entwickelte sich ungefähr ab dem Jahr 1000 die Troubadour-Tradition in der okzitanischen Sprache. Sie blühte für 200 Jahre bis zu den Vernichtungskreuzzügen gegen die Katharer in Südfrankreich .
Die Troubadoure, die okzitanischen Poeten, sangen über die „fin ámor“, die edle und vollendete Liebe und sie schrieben „tenzoni“, Dialoge und Diskurse heiteren und erotischen Inhalts.
Dank der Troubadoure wurden die Frauen aus vielen moralische n Einschränkungen befreit, was aus Sicht der Amtskirche natürlich sündhaft war. Mit dem „Fin´amor“ brachten   die Troubadoure selbst den Ehebruch zu Ehren.
Die okzitanische Sprache wird noch heute in vielen Dialektfärbungen in Italien, vor allem in den Tälern der Provinz Cuneo gesprochen. Sie wird aber mehr und mehr verdrängt durch die Hochsprachen, die in ihrem Verbreitungsgebiet gelten. Die „Kolonisierung“ durch Frankreich und Italien war auch kulturell so dominierend, dass die „normalen“ Bewohner der Regionen, die bis vor wenigen Jahrzenten okzitanisch sprachen, ihre Sprache bloß für einen Dialekt des Französischen bzw. Italienischen hielten.
Allerdings kam die Okzitanische Sprache auch offiziell zu Ehren durch die Verleihung des Nobelpreises 1904 an den provenzalischen Dichter Fréderíc Mistral. Er gehörte dem Dichterkreis „Félibrige“ an, der weltweit berühmt wurde. Mistrals Dichtung wurde in 25 Sprachen übersetzt.
Tradizioni

Die traditions

Okzitanische und provenzalische Musik und Tänze
Okzitanische Musik und Tänze sind Volksmusiken mit großer Tradition. Über viele Jahrhunderte wurden die Musikstücke und die Lieder nicht schriftlich festgehalten oder notiert. Eine wichtige Rolle bei der Erhaltung und Weitergabe der alten Tänze hatten die Feste, die „Baiè“ der Dörfer, auf denen man sich regelmäßig auch für mehrere Tage traf, mit genau festgelegtem Ablauf der Vorführungen, der Musik und der Tänze. Wir wissen heute wieder, dass auch das Mairatal eine Vielfalt an Tänzen hatte, wie z.B. den Rigudin, der heute noch im Varaitatal getanzt wird oder den Courento della Rocho.
Was uns überliefert ist, ist wohl nicht mehr ganz ursprünglich, sondern aufgegangen in populäre (und höfische) Tänze der entsprechenden Regionen des alten Okzitanien.
In Gegenden, die weniger von der Migration, von grenzüberschreitendem Handel oder von durchziehenden Heeren betroffen waren, erhielten sich die Traditionen lange unverfälscht. In diesen Regionen, wie es sie in Frankreich oder den okzitanischen Tälern Italiens gab, konnten sie im Verlauf des 19.Jhts. von verschiedenen Sammlern oder Wissenschaftler zusammengetragen werden; z.B. von der Familie Guilcher in Frankreich, von Sergio Arneodo in Italien, von Giampiero Boschero im Varaitatal. Folge dieser Sammlungen wardie Verbreitung der okzitanisch/ provenzalischen Tänze auch in städtischen Gegenden Frankreichs und Italiens, wodurch sie häufig ihre charakteristischen Eigenarten verloren. Diese waren nämlich ganz unterschiedlich ausgeprägt – von Dorf zu Dorf, selbst von Familie zu Familie.
Viele Tänze sind aber auch ab dem 19.Jht. durch die massenhafte Emigration aus den Bergregionen, wo sich die Kontinuität der Familientraditionen am reinsten erhalten hatte, verloren gegangen. Der ganz große Bruch erfolgte durch die Auswanderungen in der Zeit nach dem 2.Weltkrieg, während man in den 70er Jahren mit dem „Folkrevival“dann auch hier begann die Traditionen wieder zu entdecken.
Obwohl heute alle Möglichkeiten vorhanden wären, Musik und Tänze genau zu notieren, gibt es doch eine gewisse Abneigung der Musikwissenschaftler der Musiker und auch der Tanzlehrer, die okzitanischen Tänze genau auf- und damit vorzuschreiben, weil sie fürchten, damit den Charakter der okzitanischen Tänze zu verändern, deren Verlauf eben nicht streng vorgeschrieben war und der sich deshalb auch stets etwas änderte und entwickelte.
Unter den vielen Veranstaltungen der Folk-Music ragt hier besonders der Roumiage de Septembre heraus, ein internationales Treffen der „Provenzalen“, das seit über 40 Jahren in Sancto Lucio de Comboscuro im Valgrana stattfindet und auf dem sich jedes Jahr Tausende Liebhaber der okzitanischen Musik einfinden. Dieser Event findet im Gebirge an der Grenze zwischen Italien und Frankreich statt, den so genannten Provenzalischen Alpen.

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