Die okzitanische und provenzalische Sprache und Literatur
Dante Alighieri schrieb in seiner Göttlichen Komödie in 3 Sprachen, der „Lingua del sì“, dem Italienischen, der „Lingua d´oil“, dem Französischen und der „Lingua d´oc, dem Okzitanischen.
Das Okzitanische, die „Lingua d´oc“, war die erste „Romansprache“, für die Grammatiken erstellt wurden. Während die ersten Grammatiken des Italienischen und des Französischen erst in der Neuzeit, im 15. und 16.Jahrhundert erschienen, kursierten schon in der ersten Hälfte des 12.Jahrhunderts Grammatiken der Lingua d´oc, weil Fremde sie erlernen wollten, um die Troubadour-Lyrik zu verstehen oder selbst selbst in dieser Weise zu dichten. (aus: ”Occitania, un’idea senza confini“ von E. Lantelme, A. Gebba und G. Galli).
Dank der politischen Unabhängigkeit und der ökonomischen Prosperität der Adelshöfe in Südfrankreich entwickelte sich ungefähr ab dem Jahr 1000 die Troubadour-Tradition in der okzitanischen Sprache. Sie blühte für 200 Jahre bis zu den Vernichtungskreuzzügen gegen die Katharer in Südfrankreich .
Die Troubadoure, die okzitanischen Poeten, sangen über die „fin ámor“, die edle und vollendete Liebe und sie schrieben „tenzoni“, Dialoge und Diskurse heiteren und erotischen Inhalts.
Dank der Troubadoure wurden die Frauen aus vielen moralische n Einschränkungen befreit, was aus Sicht der Amtskirche natürlich sündhaft war. Mit dem „Fin´amor“ brachten die Troubadoure selbst den Ehebruch zu Ehren.
Die okzitanische Sprache wird noch heute in vielen Dialektfärbungen in Italien, vor allem in den Tälern der Provinz Cuneo gesprochen. Sie wird aber mehr und mehr verdrängt durch die Hochsprachen, die in ihrem Verbreitungsgebiet gelten. Die „Kolonisierung“ durch Frankreich und Italien war auch kulturell so dominierend, dass die „normalen“ Bewohner der Regionen, die bis vor wenigen Jahrzenten okzitanisch sprachen, ihre Sprache bloß für einen Dialekt des Französischen bzw. Italienischen hielten.
Allerdings kam die Okzitanische Sprache auch offiziell zu Ehren durch die Verleihung des Nobelpreises 1904 an den provenzalischen Dichter Fréderíc Mistral. Er gehörte dem Dichterkreis „Félibrige“ an, der weltweit berühmt wurde. Mistrals Dichtung wurde in 25 Sprachen übersetzt.















